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Beispiel 32: Frequenz der Berichterstattung

August 16, 2013

Man muss die Partei „die Linke“ nicht mögen, aber sie sollte von den Medien halbwegs fair behandelt werden. Mir ist an verschiedenen Stellen schon aufgefallen, dass sie im Vergleich zu CDU, SPD, Grüne, FDP und selbst zu den Piraten das ungeliebte Kind zu sein scheint. Sie taucht in Berichterstattungen deutlich seltener auf und wenn, dann oftmals mit negativer Konnotation versehen.

Schön sehen lässt sich dies am Beispiel des Deutschlandfunks. Die Zahlen sprechen schon für sich. Im Gegensatz zu anderen Medien würde ich beim DLF nicht von einer bewussten, bößwilligen Strategie ausgehen. Umso spannender wäre es herauszufinden, was die Ursache für diese Berichterstattung ist. Ich könnte mir einiges denken:

  • Jeder einzelne Redakteur spricht lieber mit Parteien die er zumindest einigermassen gut findet. Wenn also die Zahl der „linken“ Redakteure relativ gering ist, dann wird sich dies auch in den Zahlen wiederspiegeln
  • Auf der Führungsebene ist mindestens eine Person von der bekannt ist, dass sie die Linken nicht mag. Quasi in unbewusstem vorauseilendem Gehorsam passen sich die Redakteure an
  • Es gibt einen Regierungs-Bias. Da die Linke in vergleichsweise wenigen Parlamenten an der Regierung ist, kommt sie auch weniger vor
  • Der Lagerwahlkampf ist in den Köpfen. Da mit der Linken niemand koalieren will, kann man sie nicht einem der Lager zuschlagen. Dadurch wird es schwieriger spannende geschichten zu erzählen. Insb. aber auch gerade wenn auf eine ausgewogene Berichterstattung geachtet wird, wird ja immer drauf geachtet, dass von beiden Lagern jemand zu Wort kommt. Die Linke fällt dabei hinten runter

Es könnte natürlich auch sein, dass gar keine Benachteiligung vorliegt sondern es nur statistische Effekte sind:

  • Der Zeitraum wurde speziell so ausgewählt um die Differenz besonders groß erscheinen zu lassen
  • Es wurde bewusst in dieser Zeit weniger berichtet, da die Berichterstattung zuvor überproportional hoch war
  • Es waren einige besondere Ereignisse in dieser Zeit, die die normale Statistik verzerren (Hochwasser; grünes Wirtschaftsprogramm;…)

Es gibt sicher noch viele Erklärungen darüber hinaus. Vorschläge gerne in den Kommentaren. – Aber als Fazit: Achtet einfach mal auf die Frequenz und Konotation der Berichterstattung einzelner Medien über die verschiedenen Parteien. Es lassen sich dabei schon sehr deutliche Präferenzen ablesen.

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Hier übrigens noch ein schönes Beispiel zu Berichterstattung anhand des NSA-Skandals. Es lassen sich doch erhebliche Unterschiede erkennen.

 

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From → Medien, Politik

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