Skip to content

Link des Tages 121: Scientific Research Fraud

September 14, 2012

Wow! Das ist so einer der Artikel, die ich seit langem mal schreiben wollte, aber einfach nicht genug Wissen/Recherche/Zeit/Fähigkeiten dafür hatte. Es geht letztendlich um die Frage wie es (insb. in der Psychologie) zu Betrug (z.B. Daten ein weeeeenig anpassen) kommt:

http://www.guardian.co.uk/science/2012/sep/13/scientific-research-fraud-bad-practice?newsfeed=true (via @chriscfrench)

Es handelt sich bei dem angesprochenen Problem aus meiner Sicht um ein sehr ernstes. Gerade in der Psychologie, aber auch in vielen anderen Wissenschaften werden massiv Daten gefälscht. Mir selbst sind allein aus meinem Bekanntenkreis 3 Fälle von von mehr oder weniger gefälschten Daten in psychologischen Studien berichtet worden. Ich kann keinen davon nachweisen, daher werde ich nicht mit Namen o.ä. an die Öffentlichkeit gehen. Aber trotzdem mal um was es sich handelt:

  • Am letzten Tag tauchten plötzlich zusätzliche Datensätze auf, die aus diversen Gründen nicht zu den bisherigen Sätzen passten. Mit diesen wurde das Ergebnis signifikant.
  • Ein Teil von Ja/Nein Fragen wurde von mehreren Versuchspersonen nicht beantwortet. Die Antworten wurden in der Auswertung als „Nein“ gezählt
  • Es sollte die Existenz von 5 Typen in einer Studie bestätigt werden. Als Ergebnis wurden zwar auch 5 Typen gefunden aber nur 3 Typen bestätigt, die anderen beiden Typen unterschieden sich. In einer Präsentation der Ergebnisse dazu wurden die Unterschiede als nicht bedeutsam erachtet und verschwiegen.

Dinge wie das nachträgliche Ändern von Hypothesen; dass man einfach so lange Studien macht, bis man was signifikantes raus bekommt oder das vorher nicht festgelegte Entfernen von Ausreissern dürften eher zur Tagesordnung gehören. Zu sehr ist die Verlockung – oder eher der Druck – zu positiven Ergebnissen zu kommen. (Hier von Dan Ariely auch schön berichtet).

In der Medizin gibt es meines Wissens die Pflicht sämtliche Studien vorab zu registrieren und die Ergebnisse zu veröffentlichen (Mangels Sanktionen passiert letzteres leider auch viel zu selten, aber immerhin…). Gerade auch für die Psychologie und sozialwissenschaftliche Forschung wäre dies ein erster Schritt um die Situation zu verbessern. Als zweites müssen wir es irgendwie schaffen die Verlage dazu zu bringen auch vermehrt Replikationen zu veröffentlichen (wie hier z.B.: http://t.co/D8TV8G7O (Danke @ingorohlfing) – dürfte noch ein längerer Weg sein, aber aus meiner Sicht ein notwendiger und lohnenswerter!

Falls jemand in diese Richtung schon aktiv ist, oder Lust hat mit mir aktiv zu werden: Bitte melden!

Update:

Bitte die Links von Daniel in den Kommentaren beachten! Sehr lohnenswert!

Advertisements
2 Kommentare
  1. Hmmm … ich hab eine ähnliche Einschätzung … Datenfälschungen gehen in der Psychologie leider *zu* einfach … und damit nimmt sich die Psychologie die Basis als Wissenschaft. Ich hab hier http://www.organizingcreativity.com/2012/12/flawed-science-or-where-do-we-go-from-here/ mal ein paar Gedanken zum Thema Stapel notiert (der Untersuchungsbericht ist sehr, sehr lesenswert, auch die Reaktionen darauf von Teilen der Sozialpsychologie, die sich als Disziplin ‚ungerechtfertigt‘ angegriffen gefühlt haben) … generell kann ich die Blogs:

    * Retraction Watch (http://retractionwatch.wordpress.com)

    * Science Fraud (http://www.science-fraud.org)

    sehr empfehlen.

  2. Science Fraud ist leider down.. aber retractionwatch tut noch! Ja sehr gute Links dazu! Danke dir:-)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: