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Beispiel 28: Entscheidungen unter Zeitdruck

Juli 29, 2012

In diesem Beispiel will ich mal wieder auf ein Strategie-Thema eingehen. Es geht darum, bei Entscheidungen bewusst einen Zeitdruck aufzubauen um dadurch eine andere Verarbeitung zu erreichen also ohne den Zeitdruck. Ein aktuelles Beispiel findet sich zu Mappus in der FAZ.
Durch den Zeitdruck verändert sich in der Regel die Art und Weise, wie Entscheidungen getroffen werden. Oder anders gesagt: Unter (Zeit-)Stress verwendet unser Gehirn andere Entscheidungsstrategien als in einem entspannten Ruhemodus. (Zum „wie genau“ darf gerne gegoogled werden, man findet dazu zahlreiche Paper im Netz. z.B.: http://www.medicalnewstoday.com/releases/164511.php ). Ein wesentlicher Unterschied dürfte sein, dass im entspannten Zustand mehr, auch kreative Ideen betrachtet werden. Gleichzeitig wird im angespannten Zustand eher emotional entschieden als dies im entspannten Zustand der Fall ist. Anders ausgedrückt: Richtig gut kritsch denken kann man nicht unter Stress.

Ausnutzen kann man dies nun, wenn man selbst derjenige ist der, die Agenda setzt. Mit etwas Kreativität lässt sich bei fast allen Themen ein entsprechender Zeitdruck aufbauen. „Nur noch wenige Stück“; „Sie müssen sich schon jetzt entscheiden sonst,…“ – Hier spielt dann noch ein weitere Effekt rein: Wir tun uns sehr schwer damit, Möglichkeiten aufzugeben. Oder anders ausgedrückt: Wir wollen uns im Normalfall alle Optionen offen halten. Tja und so ergeben sich dann Handlungen die in Ruhe und bewusst anders entschieden worden wären.

Wie kann man sich davor schützen? – Komplett vermutlich gar nicht, aber wie bei vielem kann man auch hier eine gewisse Reaktanz antrainieren. D.h. jedesmal wenn jemand eine sofortige Entscheidung will (und es dafür keinen ersichtlichen Grund gibt), erstmal den Zeitdruck hinterfragen und im Zweifelsfall Dinge, die nicht warten können, ablehnen.

 

Kleiner Fun-Fact noch am Rande: Aufgrund dieser Reaktanzreaktion bin ich kein Mitglied bei den Skeptikern. Beim 6WSC12 in Berlin war ich kurz davor einzutreten. Dann gabs aber eine Durchsage (sinngemäß zitiert): „Wer Mitglied werden will, sollte das heute noch tun! Nur dann bekommt ihr nämlich ein Stück Berliner Mauer C200 kostenlos dazu!“ – Tja, und da war sie meine „Pah! So nicht!“-Reaktion!

 

 

 

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From → Politik, Psychologie

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