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Buchreview 9: Die Kunst, Recht zu behalten

April 14, 2012

Mal wieder darf man feststellen, dass es auch vor 100 Jahren schon Leute gab, die wirklich was verstanden haben. Bisher hatte ich bei „Schopenhauer“ eher so einen „OMG“-Reflex. Völlig zu unrecht, wie ich lernen durfte. Zwar kommen einige Lateinische bzw. Griechische Ausdrücke vor, die ich nicht direkt verstehe, aber dem Inhalt sind selbige nicht abträglich.

In dem Buch werden viele verschiedene Argumentationstechniken – insb. eben solche bei denen es um das Gewinnen und nicht um den Erkentnissgewinn geht – aufgezeigt. Die Techniken findet man auch heute noch oftmals in der Politik.

Hier mal ein paar Beispiele:

  • Kunstgriff 3: „Die Behauptung welche […] relative aufgestellt ist, nehmen, als sei sie allgemein […], absolut aufgestellt, oder wenigstens sie in einer ganz anderen Beziehung auffassen, und dann sie in diesem Sinn widerlegen.[…]“
  • Kunstgriff 14: „Ein unverschämter Streich ist es, wenn man nach mehreren Fragen, die er beantwortet hat, ohne daß die Antworten zu Gunsten des Schlusses, den wir beabsichtigen, ausgefallen wären, nun den Schlußsatz, den man dadurch herbeiführen will, obgleich er gar nicht daraus folgt, dennoch als dadurch bewesen aufstellt und triumphierend ausschreit[…]“
  • Kunstgriff 33: „‚Das mag in der Theorie richtig sein, in der Praxis ist es falsch‘ – Durch diesen Sophismus gibt man die Gründe zu und leugnet doch die Folgen;[…]“

Auch eines dieser Bücher, die man sich mal für ne Zeit aufs Klo legen kann, und jedesmal ein paar der Kunstgriffe durchlesen. Sehr lohnenswerte Lektüre.

Titel: Die Kunst, Recht zu behalten

Autor: Schopenhauer

Verlag: Insel Verlag

ISBN: 9-783458-333586

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