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Aufgabe 6: Welche Argumente sind zulässig?

März 15, 2012

Heute hab ich mal ne schwere Aufgabe… es geht darum sich die folgende Antwort anzuschauen (den darin oben verlinkten Artikel vorher zu lesen hilft, ist aber für vieles nicht unbedingt nötig). Was darin sind gute Argumente und was davon ist argumentativ nicht sauber?

http://www.plosone.org/annotation/listThread.action?inReplyTo=info%3Adoi%2F10.1371%2Fannotation%2F02eae6d6-af7f-41d8-b2b3-b6d32fdce7a6&root=info%3Adoi%2F10.1371%2Fannotation%2F02eae6d6-af7f-41d8-b2b3-b6d32fdce7a6

Ich will mal einen Versuch einer Antwort starten, bin mir aber bei vielem selbst unsicher:

  • Der Verweis auf die Dauer bis es im Mainstream angekommen ist, ist aus meiner Sicht ein Scheinargument. Grundsätzlich ist die Aussage schon richtig. Nur lässt sich damit quasi alles verargumentieren. „Ich habe in einer Studie durch eine Kopfnuss Kopfweh geheilt. Jetzt gibt es Studien, dass Kopfnüsse Kopfweh verursachen. Damit ist noch gar nichts wiederlegt, sondern es dauert einfach Jahre bis mein Ergebnis nachgewiesen ist.“ – 3 wiederlegende Untersuchungen sind zumindest schonmal ne harte Kost von 6 Untersuchungen gesamt.
  • Das Argument, dass in dem Paper kein Wort über die anderen Studien verloren wird, kann ich dagegen gut nachvollziehen. Das deutet auf ein „Ich such mir die Ergebnisse die zu meiner Meinung passen“ (Confirmation Bias) hin.
  • Das „Moderator“-Argument (Also dass es beeinflussende Faktoren gibt), ist tricky. Grundsätzlich durchaus korrekt (Siehe dazu auch den mal früher verlinkten Artikel zu Meta-Analysen), dass solche Faktoren dazu führen können, dass das Bild uneinheitlich wird und es teilweise scheint als sei kein Effekt vorhanden, obwohl einer da ist. Daher wird ja i.d.R. zunächst versucht ein Effekt in einer reproduzierbaren Laborumgebung nachzuweisen und dann zu schauen, wann er in der realen Welt anwendbar ist. Scheitert die Reproduktion aber schon in dem Laborsetting, dann muss ich zunächst davon ausgehen, dass der Effekt nicht vorhanden ist.
  • Auch die mögliche Beeinflussung durch den Versuchsleiter ist zunächst ein korrektes Argument. Aber ohne konkrete Anhaltspunkt und in dieser Art vorgetragen doch eher ein Totschlag- als ein Argument. Wenn man den Gedanken weiterspinnt, dann würde das ja bedeuten, dass Forscher die gegen PSI sind, niemals PSI untersuchen dürften… . Den letzten Teil des Satzes finde ich dann sehr verräterisch Er stellt sich selbst als „mindestens Neutral“ dar.. was dann doch eher ein wohlklingender Euphemismus ist, da eigentlich gemeint ist: „Pro-PSI“, was aber nicht so gut klingt.
  • Der letzte Absatz zieht aus meiner Sicht nicht nachvollziehbare Schlüsse. Was bringt es mir, wenn ich die Einstellungen der Versuchsleiter erfasse um PSI nachzuweisen? Bestenfalls kann ich damit einen Versuchsleitereffekt nachweisen (was jetzt aber nix neues wäre), hinweise darüber ob die Experimente funktionieren oder nicht, gibt es nicht. Damit ist man hinterher nicht schlaue als vorher. Wenn dann müsste man das Experiment so designen, dass es eben unabhängig vom Versuchsleiter ist.

Was man hier an vielen Stellen sieht ist aus meiner Sichte eine Kombination aus „das Beweist noch gar nichts“ und Verlagerung der Beweispflicht von sich selbst zu denjenigen die seine Ergebnisse wiederlegen.

Insgesamt also ein auf den ersten Blick sehr gut gemachter Kommentar mit einigen berechtigten Einwänden, aber den falschen Schlussfolgerungen aus den Einwänden.

 

 

 

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From → Aufgaben

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